Wieder ist eine Woche um in Lappeenranta und es ist immer noch ziemlich viel los hier. Letztes Wochenende sind wir „in den Urlaub“ nach Estland gefahren und haben uns Tallinn angesehen. Wir waren 15 Leute, davon 2 Franzosen, 2 aus Österreich und der Rest aus Deutschland. Los gings zu sechst am Freitag morgen mit dem Zug nach Helsinki. Fünf von uns, die in einem anderen Hotel wohnten, waren schon am Donnerstag losgefahren. In Helsinki trafen wir Dominik sowie Jan und Tassos aus Bremen. Es folgte ein Fußmarsch vom Hauptbahnhof zum Hafen, wo wir quasi just in time das Terminal der Viking-Linie erreichten.
Auf dem Schiff, der MS Rosella, wurden wir dann von drei fröhlichen Musikanten empfangen, die uns mit Nachdruck auf das stattfindende Oktoberfest an Bord aufmerksam machten. Die Musik in dem angedeuteten Bierzelt war tatsächlich Deutsch, aber eher zum Weglaufen.
Auffällig war der hohe Alkoholkonsum einiger Passagiere. An Bord gab es einen Duty-Free-Shop, der sehr gut besucht war. Einige hatten sogar extra Sackkarren dabei, um die Bierpaletten zu transportieren. Bei den Preisen in Finnland ist das wahrscheinlich nur logisch…
Seltsam fand ich, dass im Fernsehen ein Stephen-King-Schocker gezeigt wurde, obwohl an den Tischen davor auch Familien mit Kindern saßen.
Nach etwa 3 Stunden Fahrt war dann endlich Land in Sicht:
An Land ging es dann erstmal zu unserem Hostel (Old Town Backpackers), das sich mitten in der Altstadt befand. Die Betreiber waren wirklich nett und sehr locker; es war zum Beispiel überhaupt kein Problem, die 25 Kronen für die Bettwäsche erst am nächsten oder übernächsten Tag zu bezahlen.
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten, folgten wir dem Rat eines Mitarbeiters, der uns das „Pizza Grande“ empfahl, und gingen erst einmal Essen. Die Pizzen waren in der Tat Grande und sehr lecker. Auf dem Weg hin und zurück konnten wir erste Eindrücke der Altstadt sammeln, seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt:
Das Rathaus:
Restaurant „Olde Hanse“ (Tallinn ist eine Hansestadt)
Später am Abend waren dann einige Partien Uno angesagt .
Anschließend holten wir Mark von der Fähre ab, der nachmittags noch eine Klausur schreiben musste. Ein Ratschlag von mir aus eigener Erfahrung: Wenn man in Tallinn nach dem Weg fragt, immer eine Zweit- und am besten eine Drittmeinung einholen! Ansonsten wären wir mehrmals in die falsche Richtung geschickt worden.
Vollzählig haben wir am späteren Abend eine kleine Kneipentour gemacht, was in Tallinn wunderbar geht, denn eine Bar folgt dort auf die nächste. Irgendwann sind einige noch ins Hollywood gegangen, der angeblich größten Disco Estlands. Lange hielt ich aber auch nicht mehr durch, schließlich war am nächsten morgen Sightseeing angesagt!
Mark, Janina, ich
Katharina und Max
Von unserem Zimmer gingen übrigens noch zwei weitere Schlafräume ab, so dass ein Wecker überflüssig war. Nach etwa 5 Stunden Schlaf und erfolgreich erkämpftem Duschplatz (es gab 3 Duschen und 2 Toiletten für 31 Gäste) frühstückten wir erst kurz in der Küche und anschließend etwas länger im sehr gemütlichen „Kehrwieder“.
Der Ausgangspunktfür fast alle Besichtigungen war der Marktplatz mitten in der Altstadt.
Zwei Türme der Stadtmauer, durch die man in die Neustadt kommt:
Viele teure Autos in den Straßen (Bild von Mark):
Tallinn bei Nacht: Der Markplatz
Blick auf die St. Olav-Kirche von unserem Hostel aus:
Am Abend entschieden wir uns für eine Karaoke-Bar und hatten viel Spaß.
Später sind Mark, Katharina und ich noch etwas durch die Straßen gezogen. Eine Blumenverkäuferin (um halb 5 schon auf den Beinen!) bestand darauf, ein Foto von uns zu machen..
Sonntag nachmittag gings auch schon wieder zurück, diesmal mit einer Fähre der Eckerö-Linie.
Der Lotse geht von Bord (Bild von Mark)
Noch scheint die Sonne…
… aber schon bald zogen Gewitter auf, die Blitze erleuchteten den ganzen Himmel, was toll aussah
In Helsinki mussten wir uns etwas beeilen, den letzten Zug nach Lappeenranta zu bekommen, aber alles hat geklappt.
Mehr Berichte folgen!
Ach ja: Falls ihr euch fragt, ob ich hier auch mal studiere: Ja, das mache ich. Im Moment habe ich allerdings wenig Vorlesungen, neben dem Finnischkurs noch eine weitere Vorlesung und eine Übung. Der Nachteil an der vielen Freizeit ist, dass ich im November und Dezember deutlich mehr zu tun haben werde, in den beiden letzten Wochen vor Weihnachten stehen dann 6 Klausuren an. Aber soweit plant man hier (noch) nicht…




Ah, Tallin ist schön, da war ich auch mal… viel Spaß weiterhin!
Kommentar von Andy — 6. Oktober 2006 @ 14:30
sag mir, dass es bewegte und vor allem Ton-unterlegte Bilder von der Karaoke-Aktion gibt :D
Kommentar von Vincent — 9. Oktober 2006 @ 11:52
Nein, auf gar keinen Fall!! :-) Die würdest du auch nicht hören wollen. Obwohl, bei „Losing My Religion“ waren wir schon verdammt textsicher!
Kommentar von Arne — 11. Oktober 2006 @ 19:49